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Aktuelles aus der Kommunalpolitik
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Ferch im Zeitraffer präsentiert
Aus
MAZ von Heinz Helwig
Schwielowseer Ort stellte sich Landesjury "Unser Dorf hat
Zukunft" vor
FERCH (14.09.2006) Mit der Stoppuhr in der Hand mochte Roland
Büchner gestern der Bewerterkommission des 6. Landeswettbewerbes
"Unser Dorf hat Zukunft" seinen Ort nicht präsentieren. Am Tag zuvor
soll es eine andere Gemeinde so gemacht haben, berichtete
Kommissionsvorsitzender Harald Hoppe. Trotzdem musste auch der
Fercher Ortsbürgermeister zunächst auf der Videoleinwand und später
in der Wirklichkeit mit der Jury regelrecht durch sein Dorf hasten.
Neben dem Schwielowseer Ortsteil standen noch das havelländische
Grünefeld sowie das oberhavelländische Grüneberg im Fahrtenbuch der
Gruppe.
Ein mitreißendes Live-Erlebnis mit der Fercher Obstkistenbühne wie
beim Kreisbesuch konnte Büchner seinen Gästen diesmal nicht bieten.
Ingrid und Wolfgang Protze sowie Winfried Rogel und Gerald Bassing
präsentieren derzeit ihrerseits Potsdam in der amerikanischen
Partnerstadt Sioux Falls. Ein Videomitschnitt vermittelte daher die
Atmosphäre der Veranstaltungen in der Dorfstraße 3a. Dafür hatte
sich aber der Musiker und Chef des Kulturforums Schwielowsee e. V.,
Lothar Knappe, an die Orgel der Fercher Fischerkirche gesetzt, um
die Kommission klangvoll zu empfangen. Etwa 20 Veranstaltungen in
den Sparten Musik, Literatur, Architektur, Malerei/Plastik sowie die
Feste auf dem Backofenplatz werden vom Kulturforum jährlich
organisiert.
Wie die Fischerkirche zu ihrem Namen kam, obwohl Ferch nie ein
Fischerdorf war, wusste Heimatvereinsvorsitzende Helga Schmiedel zu
berichten. Die Innendecke des Fachwerkbaus gleiche einem umgedrehten
Fischerkahn, der tragende Stützbalken einem Steuerruder. Der
schwebende Taufengel dürfe getrost als Gallionsfigur des
Kirchen-Schiffes interpretiert werden.
Echte Boote warteten auf dem Gelände des Fercher Seglervereins 03 e.
V. auf die Kommission. Da der Wassertourismus immer mehr zunehme,
wollen Vereinsvorsitzender Benno Felsch und Marina-Investor Günter
Matz den Bootsfreunden auch die entsprechenden Voraussetzungen
schaffen. Doch nicht nur an den Freizeitspaß denken die beiden.
Demnächst soll auf dem Platz eine Station der Deutschen
Lebensrettungs-Gesellschaft (DLRG) einschließlich einer Möglichkeit
zum Bergen von havarierten Booten aufgebaut werden. Für dieses
Projekt will Matz 40 000 Euro bereitstellen.
Das Konzept für den Innenausbau des Kossätenhauses ist dagegen noch
nicht ganz ausgereift, wie Helga Martins vom Förderverein "Havelländische
Malerkolonie" einräumte. Nach einem Erfahrungsaustausch im
mecklenburgischen Schwaan seien die Vorstellungen jedoch schon
konkreter geworden. Äußerlich zeigt sich das künftige Museum indes
bereits als reizvolles Kleinod. Die gewünschte Dorfgestaltung
insgesamt erreiche Ferch mit einer verbindlichen Satzung für das
Sanierungsgebiet und einer empfehlenden Richtlinie für die übrigen
Grundstücksbesitzer, so Büchner. Das öffentliche Grün werde von der
Gemeinde, dem Landschaftspflegeverein sowie von den Vereinen
gepflegt, die diese oder angrenzende Flächen nutzen.
Bis zum 25. September will Harald Hoppe mit seiner Crew alle 14
Kreissieger im Wettbewerb durchforstet haben. Ende Oktober/Anfang
November wird die Verkündung der beiden Landessieger erwartet, die
von Landwirtschaftsminister Dietmar Woidke auf der Internationalen
Grünen Woche 2007 ausgezeichnet und Brandenburg beim 22.
Bundeswettberwerb "Unser Dorf hat Zukunft" im nächsten Jahr
vertreten werden.

Weitere Fotos von der Veranstaltung
Lampenfieber in Ferch
Aus PNN von Henry
Klix
Mittwoch kommt die Jury des Landeswettbewerbs „Unser Dorf hat
Zukunft“
Schwielowsee · Ferch (09.09.2006) - Ferch will an die Spitze:
Nach dem ersten Platz beim Kreiswettbewerb „Unser Dorf hat Zukunft“
(PNN berichteten) möchte Ortsbürgermeister Roland Büchner beim
Landeswettbewerb unter die ersten Drei. Am kommenden Mittwoch wird
die Wettbewerbsjury am Schwielowsee erwartet. Sie trifft ihre
Entscheidung zwischen 16 Dörfern, die sich aus den Kreiswettbewerben
qualifiziert hatten.
Zur Vorbereitung des Treffens war die jüngste Ortsbeiratssitzung mit
20 Teilnehmern prall gefüllt. Neben der Unterstützung der 13 Fercher
Vereine – vom Kulturforum bis zum Heimatverein – freut sich Büchner
auch auf die Rückendeckung vom Landratsamt, aus dem wichtige Tipps
und Anregungen kamen. Neben der Präsentation des regen Dorflebens
sollen vor allem Zukunftsperspektiven von Ferch offen gelegt werden.
Eine Station des Rundgangs ist das Kossätenhaus gegenüber vom
Rathaus, wo ein Museum der Alten Havelländischen Malerkolonie im
Entstehen ist. Ein paar Schritte weiter wurde jüngst in der alten
Metzgerei eine neue Kunstgalerie eröffnet. Auch der
Wasserwanderstützpunkt an der Seewiese soll als Projekt vorgestellt
werden, in dem noch Potenziale schlummern. Das „Joint Venture“
zwischen Investor und dem neuen Segelverein funktioniert. Hier ist
zudem noch die Ansiedlung eines DLRG-Stützpunkts angedacht.
Die Fischerkirche, die Seniorenresidenz als größter Arbeitgeber des
Dorfs und das Bürgerhaus „Alte Schule“ sind weitere Etappen, die die
zehnköpfige Wettbewerbsjury überzeugen sollen. Der Backofenplatz –
Treffpunkt mit kulinarischen Qualitäten – soll als erfolgreiche
Eigeninitiative des Kulturforums Schwielowsee ins Blickfeld rücken.
Eine Powerpoint-Präsentation findet in der Kulturscheune statt –
eine Adresse, die auf die Initiative von Neu-Ferchern hin entstanden
ist.
Potenziale wecken, alte Strukturen beleben und dabei trotzdem Dorf
bleiben – das sind Stichworte, mit denen Ferch im Landeswettbewerb
punkten möchte. „Neue Bebauungspläne wird es hier nicht mehr gegen“,
sagt Büchner, der sein 1700-Einwohner-Dorf auf höchstens 2000
Einwohner wachsen sieht. Die Chancen im Speckgürtel sollen zwar
wahrgenommen werden, aber nicht um den Preis der dörflichen
Beschaulichkeit und Ruhe. Bei allem Selbstbewusstsein räumt Büchner
ein, dass Ferch kein „perfektes“ Dorf sei. „Dann müssten wir ja auch
nicht mehr an einem Wettbewerb teilnehmen.“
Bekenntnis zum Schulerhalt gefordert
Aus PNN von Henry
Klix
BBS-Vorsitzender Roland Büchner begrüßt Weichenstellung für
Geltow, wünscht sich aber eine transparentere Verwaltung
Schwielowsee (09.09.2006) - Bürger und Gemeindevertreter müssten
in Entwicklungsprozesse der Gemeinde Schwielowsee stärker einbezogen
werden. Das fordert der Vorsitzende des Bürgerbündnisses
Schwielowsee (BBS), Roland Büchner, gestern im Gespräch mit den PNN.
„Die Bürgermeisterin Kerstin Hoppe und ihre Verwaltung machen einen
sehr guten Job, aber der Informationsfluss ist mitunter so dürftig,
dass man sich kein Bild über ihre Ziele machen kann.“ Büchner
warnte, dass solche Intransparenz zu Widerständen führen kann, wenn
Entscheidungen anstehen.
Er verwies dabei auf das Beispiel der Grundschule Geltow: „Der
Standort als einzügige Grundschule ist laut Schulamt gesichert, aber
zur Grundstücksproblematik gibt es unterschiedliche Auffassungen.“
Das Schulhaus befindet sich zum Teil auf einer Restitutionsfläche.
Büchner fordert ein Bekenntnis der Bürgermeisterin zum Schulerhalt
in Geltow. „Wir müssen als Gemeinde bereit sein, dazu mit den
anderen Partnern zu verhandeln.“
Das Problem drängt, weil Brandschutzmaßnahmen in der Schule
stattfinden müssen. Die Kosten dafür liegen im sechsstelligen
Bereich, noch in diesem Jahr müssen 85 000 Euro für Notmaßnahmen
ausgegeben werden, damit die Schule nicht wegen Brandschutzmängeln
geschlossen werden muss.
Der BBS-Vorsitzende begrüßte, dass mit dem Nachtragshaushalt, der am
20. September (19 Uhr, Feuerwehrdepot Geltow) in der
Gemeindevertretung beschlossen werden soll, die Weichen für Geltower
Projekte gestellt werden. Der Investitionsstau ist hier besonders
groß. In den nächsten drei bis vier Jahren müssten in dem Ortsteil
etwa 5 Millionen Euro – unter anderem in die Sanierung des
Grundschulgebäudes – investiert werden. Durch das Auffüllen der
Rücklage auf 860 000 Euro im Nachtragshaushalt werde für das nächste
Jahr angespart.
Dann soll als erstes mit dem Bau eines neuen Kindergartens neben der
Grundschule begonnen werden. Die Kita befindet sich ebenfalls in
einer Restitutionsvilla. Offen ist noch, ob der Neubau wieder eine
Kita-Küche bekommt, die Mehrkosten würden 160 000 Euro betragen, wie
es in der jüngsten Finanzausschusssitzung hieß. Eine Fremdvergabe
der Küche ist eine Option, die Roland Büchner befürwortet.
Auch mit dem Bau eines Sportvereins- und Bürgerhauses soll nächstes
Jahr begonnen werden. Der für dieses Jahr geplante Baubeginn hatte
sich verschoben, weil nicht die erwartete Förderung aus dem
„Goldenen Plan Ost“ eingetroffen war (PNN berichteten). Man rechnet
dafür nun in den nächsten Jahren. In der Gemeinde wird geplant, das
neue Vereinsheim in drei Modulen zu bauen, der Landessportbund wäre
dann nur an einem der drei Module beteiligt.
Büchner würde dieses Vorgehen begrüßen: So könnte es sein, dass die
Gemeinde die dringend erforderlichen Umkleidekabinen für die
Fußballsektion nächstes Jahr in eigener Regie baut. Für das
denkmalgeschützte Gaststättengebäude wird an einen Privatinvestor
gedacht. Aus dem „Goldenen Plan Ost“ wäre dann die Mehrzweckhalle zu
fördern.
"Unser Dorf hat Zukunft"
(Mai/Juni 2006) Die Fercher Präsentation zum 6. Landeswettbewerb 2005 / 2006.
als PDF-Datei ca. 800 kB
Ferch baut sein Image weiter aus
Dorf wappnet sich für Landesrunde
Aus PNN von Heinz
Helwig
(01.06.2006) Die Siegesfanfaren sind verklungen, die Sektflaschen
geleert. Nach dem Triumph im Kreismaßstab des bundesweiten
Wettbewerbes "Unser Dorf hat Zukunft" bereiten sich die Fercher
jetzt auf die nächsthöhere Hürde auf Landesebene vor. Noch im Herbst
dieses Jahres stellt sich der Schwielowseer Ortsteil nun der
Landesbewertungskommission, die sich ebenfalls in einem etwa
zweieinhalbstündigen Rundgang ein Bild vom Malerdorf verschaffen
wird.
Natürlich weiß Ferchs Ortsbürgermeister Roland Büchner, dass es im
Land Brandenburg sehr viele schöne Orte gibt. "Entscheidend ist
jedoch, dass man seine Leistungen auch präsentiert. Deshalb scheuen
wir den Vergleich nicht", bleibt er zuversichtlich. Dennoch soll die
Wettbewerbskonzeption, die Ferch Ende Mai im Kreis den ersten Platz
einbrachte, noch einmal überarbeitet werden. Wenn spätestens Ende
September die Landesjury durchs Dorf zieht, kann Büchner ihr schon
weitere Erfolge zeigen, auf die bei der kreislichen Präsentation nur
verwiesen werden konnte.
Das spektakulärste Vorzeigebeispiel dürfte dann ein äußerlich
restauriertes Kossätenhaus sein, von dem in diesen Tagen das
Baugerüst entfernt werden soll. Ein guter Platz im Landeswettbewerb
könnte die ersehnten Sponsoren für den Innenausbau des Hauses nach
Ferch locken, hofft nicht nur der Förderverein "Havelländische
Malerkolonie" e. V., der in dem Fachwerkbau ein Museum für die alten
Meister und eine Begegnungsstätte für deren zeitgenössische Kollegen
einrichten will.
Aber auch der Terrassenweg von der Fercher Bergstraße bis zur
Dorfstraße wird einen eindrucksvollen Blick auf den Schwielowsee
ermöglichen. Sollte die Gemeinde die beantragten Fördermittel aus
dem Programm "Integrierte Ländliche Entwicklungs-Konzeption" (ILEK)
erhalten, könnte Büchner die Landesjury durch den vielleicht schon
schöneren Bereich zwischen Wiesensteg und Hotel "Haus am See"
führen. "Wir wollen zudem noch eingehender unser dörfliches
Gemeinschaftsleben vorstellen. Attraktive Lebensräume motivieren
unsere Einwohner und Vereine wiederum, ihr Glücksgefühl auch nach
außen zu tragen", sagt Ferchs Ortschef.
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